Die Studie PrioPEG hat das Ziel, Gruppentherapie-Angebote in Ihrer Praxis zu ermöglichen. Teilnehmende Praxen erhalten einen Implementierungs-Leitfaden sowie Schulungen und sind im engen Austausch mit dem Studien-Team.
Studienüberblick
| Indikationen | Rückenschmerz, Gang- und Mobilitäts-Störungen (Physiotherapie) Multiple Sklerose, Depression (Ergotherapie) |
| Gruppe | 3-10 Teilnehmende, 6-12 Termine, abrechenbar über die Krankenkasse Insgesamt 2 Gruppen durchführen / starten |
| Zeitraum | Oktober 2026 – Juni 2027 |
| Voraussetzungen | Interesse, Gruppentherapie durchzuführen geeignete Räumlichkeiten Bereitschaft zur Studiendokumentation und zur Teilnahme an Interviews / Fokusgruppen. |
Wenn Sie als Praxis an der PrioPEG-Studie teilnehmen möchten, schreiben Sie uns bitte unverbindlich eine Email:
FAQ
1. Teilnahme & Voraussetzungen
Grundsätzlich bin ich an Gruppentherapie interessiert, ich traue mir das aber nicht zu – Was soll ich tun?
Wenn Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich gerne an das Studienteam: bemb.priopeg@uniklinik-freiburg.de.
Im Rahmen des Onboardings erhalten Sie eine Einführung in den PrioPEG-Implementierungsleitfaden, der Sie Schritt für Schritt bei der Entwicklung und Umsetzung Ihres Gruppentherapiekonzepts unterstützt. Zudem besteht die Möglichkeit, Fragen und Unsicherheiten im persönlichen Austausch zu klären.
Grundsätzlich bin ich an Gruppentherapie interessiert, ich habe aber nicht die notwendigen Ressourcen – Was soll ich tun?
Wenn Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich gerne an das Studienteam: bemb.priopeg@uniklinik-freiburg.de. Gemeinsam können wir prüfen, wie eine Teilnahme dennoch möglich sein könnte. Das Studienteam berät Sie individuell und hilft, Lösungen zu finden.
Wie sind die drei Studiengruppen genau definiert?
Es gibt drei Studiengruppen:
- Gruppe 1 (Standard, analog) umfasst die Implementierung mit Leitfaden, Informationsmaterialien, Einführung durch das Studienteam und monatliche Besprechungen zum aktuellen Stand.
- Gruppe 2 (Verbesserte Bedingungen, analog) umfasst zusätzlich ein längeres bzw. intensiveres Onboarding, Coaching beim Implementierungsplan, engere Betreuung mit häufigeren Kontaktpunkten, Unterstützung bei der Rekrutierung über kooperierende Hausärzt*innen sowie eine Ausfallpauschale.
- Gruppe 3 (Digital/Hybrid) umfasst die Leistungen aus Gruppe 2 und eröffnet zusätzlich die Möglichkeit, ein digitales oder hybrides Gruppentherapieangebot zu entwickeln und zu erproben. Voraussetzung für Gruppe 3 ist die digitale Bereitschaft der Praxis.
Wie entscheidet sich, in welcher Studiengruppe (Gruppe 1, 2 oder 3) ich bin?
Praxen geben vor dem Onboarding freiwillig an, ob sie aufgrund ihrer digitalen Bereitschaft für die Digital-/Hybridgruppe (Gruppe 3) infrage kommen. Diese Praxen werden Gruppe 3 zugeordnet. Alle übrigen teilnehmenden Praxen werden zwischen Gruppe 1 (Standard, analog) und Gruppe 2 (Verbesserte Bedingungen, analog) randomisiert – d.h. zufällig aufgeteilt.
Kann ich digitale/hybride Gruppentherapie anbieten?
Ja, entsprechend der Vorgaben des Heilmittelkatalogs und wenn Ihre Praxis über eine datenschutzkonforme Videokonferenzstruktur zwischen Praxis und Patient*innen verfügt und mindestens eine Therapeutin bzw. ein Therapeut vorhanden ist, der bzw. die sich eine Therapie per Videokonferenz zutraut. In diesem Fall können Sie der Digital-/Hybridgruppe (Gruppe 3) zugeordnet werden.
Was passiert nach Juni 2027? Unterstützt die Studie dabei, das Gruppenangebot dauerhaft in die Praxis zu integrieren, oder endet die Unterstützung mit dem Studienabschluss?
Die Unterstützung durch das Studienteam endet mit dem Studienabschluss am 30.06.2027. Aktuell werden jedoch Gespräche mit Berufsverbänden geführt, um eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln, wie die Gruppenangebote über die Studiendauer hinaus unterstützt werden können. Über konkrete Ergebnisse werden wir die teilnehmenden Praxen rechtzeitig informieren
2. Organisation & Durchführung der Gruppen
Wie viele Gruppen muss ich anbieten?
Jede Praxis muss im Studienverlauf insgesamt mindestens zwei Gruppen anbieten, wobei mindestens eine der beiden Gruppen zu Studienende (Juni 2027) abgeschlossen sein muss. Die Gruppen können parallel oder nacheinander stattfinden.
Wie viele Patient*innen pro Gruppe brauche ich?
Angestrebt werden mindestens 3 Patient*innen pro Gruppe. Es müssen zunächst mindestens 3 Patient*innen rekrutiert werden. Wenn eine Gruppe im Verlauf durch Ausfälle kleiner wird, kann sie dennoch berücksichtigt werden, sollte aber nicht unter 3 Patient*innen pro Termin fallen.
Wie viele Einheiten pro Gruppe müssen durchgeführt werden?
Das Gruppenprogramm umfasst mindestens 6 Einheiten; je nach Therapie kann es bis zu 12 Einheiten umfassen. Die genaue Anzahl richtet sich nach dem für die Indikation angemessenen strukturierten Gruppenprogramm.
Müssen sich die beiden Gruppen unterscheiden?
Ja, die zweite Gruppe muss sich hinsichtlich der Patient*innenschaft zumindest teilweise von der ersten Gruppe unterscheiden. Die erneute Betreuung ausschließlich derselben Personen zählt nicht als neue Gruppe. Es können aber einzelne Patient*innen von der ersten in die zweite Gruppe übernommen werden.
Wann muss ich spätestens mit der Gruppentherapie begonnen haben?
Der offizielle Startschuss für die Gruppenangebote ist der 15.10.2026. Die erste Gruppe muss allerdings erst bis zum 15.05.2027 abgeschlossen sein.
Die zweite Gruppe muss spätestens bis zum Ende der Studie am 30.06.2027 zumindest begonnen worden sein.
Wer rekrutiert Patient*innen?
Sie selbst rekrutieren Patient*innen für die Gruppentherapie.
Wie viel Zeit habe ich zur Rekrutierung?
Die Konzeption des Angebots und die Rekrutierung beginnen flexibel ab August 2026 im Rahmen des Onboardings. Der offizielle Start der Gruppenangebote ist der 15.10.2026. Die Rekrutierung kann auch während des Studienverlaufs fortgesetzt werden, insbesondere für die zweite Gruppe. Ende der Rekrutierung ist der 30.06.2027.
Wie fließt die Perspektive der Therapeut*innen und Patient*innen mit ein?
Die Erfahrungen der Behandelnden und Teilnehmenden bilden einen zentralen Bestandteil der Studie. Zum Abschluss des Prozesses führt das Studienteam Interviews durch, um die Gruppentherapie zu evaluieren. Eine hohe Beteiligung an diesen Interviews ist entscheidend, um eine fundierte und aussagekräftige Grundlage für die Entwicklung der praxisnahen Leitfäden zu schaffen. Wir bitten die Praxen daher, die Patient*innen aktiv zur Teilnahme an den Interviews zu motivieren und einzuladen.
3. Patientenauswahl & Rekrutierung
Welche Patient*innen eignen sich für Gruppentherapie?
Geeignet sind Patient*innen mit einer passenden Indikation. In der Ergotherapie sind das Patient*innen mit Multipler Sklerose und/oder Depression, in der Physiotherapie sind das Patient*innen mit Rückenschmerzen und/oder Mobilitäts-/Gangstörungen.
Darf ich meine bestehenden Patient*innen in die Gruppen aufnehmen oder müssen es Neupatient*innen sein, die speziell über die Studie rekrutiert werden?
Sie dürfen bestehende Patient*innen in die Gruppen aufnehmen. Es ist nicht erforderlich, dass es sich ausschließlich um Neupatient*innen handelt, die speziell über die Studie rekrutiert werden. Auch Privatpatient*innen bzw. Selbstzahler*innen können teilnehmen, solange in der Gruppe mehrheitlich GKV-Versicherte sind.
Was mache ich, wenn ich nicht ausreichend Patient*innen rekrutieren kann?
Für die Durchführung der Gruppe ist eine Mindestteilnehmerzahl von 3 Patient*innen erforderlich. Um den Rekrutierungsprozess optimal zu begleiten, steht das Studienteam in einem regelmäßigen monatlichen Austausch mit den Praxen, um gemeinsam über das weitere Vorgehen zu entscheiden. In den Gruppen 2 und 3 wird die Rekrutierung zusätzlich durch das Studienteam unterstützt, welches hierfür kooperierende Hausärzt*innen kontaktiert. Sollte eine Rekrutierung in einer Praxis dauerhaft nicht möglich sein, ist vorgesehen, dass eine Praxis von der Warteliste nachrückt.
Was mache ich, wenn einzelne Patient*innen nicht bei der Gruppentherapie teilnehmen können?
Wenn Patient*innen absehbar ausfallen, sollte nach Möglichkeit Ersatz rekrutiert werden. Ist das nicht möglich, kann die Gruppe mit einer kleineren Anzahl an Patient*innen weiterlaufen. Auch Gruppen, die im Verlauf durch Ausfälle kleiner werden, werden noch berücksichtigt. Weiterhin gilt eine Mindestteilnehmerzahl von 3 Patient*innen.
Bei Patient*innen, die nur einen oder zwei Therapietermine verpassen, ist keine Neurekrutierung nötig. Im Fall der Verbesserten Bedingungen bzw. der Tele-Gruppe erhält die Praxis dafür Ausfallpauschalen.
Müssen Patient*innen eine gesonderte Einverständniserklärung zur Studienteilnahme unterschreiben?
Für die reine Teilnahme an der Gruppentherapie im Rahmen der Studie ist keine zusätzliche Einverständniserklärung erforderlich. Eine gesonderte Einverständniserklärung ist nur von Patient*innen notwendig, die am Ende der Studie an einem Interview teilnehmen.
4. Abrechnung, Finanzen & Rechtliches
Wie kann ich Gruppentherapie formal durchführen – auch hinsichtlich ärztlicher Verordnung? Muss ich vorher mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin sprechen?
Eine Änderung von Einzel- auf Gruppentherapie ist laut Heilmittel-Richtlinien nach Zustimmung der Patient*innen und im Einvernehmen mit der Ärztin oder dem Arzt möglich. Die Änderung ist vom/von der Therapeut*in auf der Rückseite der Verordnung an der dafür vorgesehenen Stelle zu dokumentieren.
Wie rechne ich die Gruppentherapie ab? Gibt es dafür eine spezielle Genehmigung oder einen Rahmenvertrag im Rahmen der Studie?
Die Abrechnung erfolgt für Sie wie gehabt, jedoch ggf. mit der Abänderung des Rezepts von Einzel- auf Gruppentherapie. Eine Änderung von Einzel- auf Gruppentherapie ist laut Heilmittel-Richtlinien nach Zustimmung der Patient*innen und im Einvernehmen mit der Ärztin oder dem Arzt möglich und vom/von der Therapeut*in auf der Rückseite der Verordnung an der dafür vorgesehenen Stelle zu dokumentieren.
Kann ich auch Gruppentherapie mit Privatpatient*innen/Selbstzahler*innen anbieten?
Ja, Privatpatient*innen bzw. Selbstzahler*innen können an der Gruppentherapie teilnehmen. Voraussetzung ist, dass in der Gruppe mehrheitlich GKV-Versicherte sind.
Was passiert, wenn die Krankenkasse eine Rechnung ablehnt? Übernimmt die Studie in diesem Fall die Kosten oder gibt es eine Absicherung?
Die Abrechnung erfolgt für Sie wie sonst auch, jedoch wie oben beschrieben ggf. mit der Abänderung des Rezepts von Einzel- auf Gruppentherapie. In Gruppe 2 und Gruppe 3 gibt es im Rahmen der Studie eine Ausfallpauschale von 20 € pro Patient*in pro ausgefallener Sitzung. In allen Interventionsgruppen erhalten Praxen eine Aufwandsentschädigung für die Teilnahme.
Wie werden die Patientendaten an das Universitätsklinikum Freiburg übermittelt?
Die Teilnehmerliste muss an das Universitätsklinikum Freiburg übermittelt werden, da diese als Nachweis gegenüber dem Förderer dient. Darüber hinaus werden keine Patient*innendaten benötigt oder übermittelt. Eine Einverständniserklärung zur Datenverarbeitung ist nur von Patient*innen notwendig, die am Ende der Studie an einem Abschlussinterview teilnehmen.
5. Zeitaufwand & Support durch das Studienteam
Wie viel Zeit muss ich im Zeitraum August–Oktober 2026 konkret für das Onboarding und die Vorbereitung reservieren?
Sie sollten insgesamt etwa 24 Stunden einplanen:
- ca. 6 Stunden für die Einführung bzw. das Onboarding,
- ca. 12 Stunden für die Entwicklung Ihres Gruppentherapiekonzepts
- ca. 6 Stunden für die Rekrutierung der ersten Gruppe.
Die genaue Verteilung kann je nach Praxis und Vorerfahrung variieren.
Wie lange dauern die Interviews mit den Therapeut*innen und Patient*innen und wann finden diese statt? Wird diese Zeit vergütet?
Die Interviews dauern maximal 1 Stunde. Die Terminierung erfolgt individuell nach Absprache mit dem Studienteam. Interviewte Therapeut*innen bzw. Patient*innen erhalten eine Aufwandsentschädigung von 50 € pro Interview.
Gibt es während der Laufzeit einen festen Ansprechpartner oder eine Kontaktmöglichkeit bei Fragen oder Problemen?
Ja, als Ansprechpersonen stehen Nicole Wimmesberger und Lukas Horstmeier vom PrioPEG-Team zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns jederzeit unter: bemb.priopeg@uniklinik-freiburg.de.
Zudem finden monatliche Besprechungen zum aktuellen Stand statt, bei denen Fragen und Probleme besprochen werden können.
6. Informationsmaterial
Gibt es Informationsmaterial für mich?
Ja, den teilnehmenden Praxen werden Informationsmaterialien für Therapeut*innen bereitgestellt. Diese umfassen den PrioPEG-Implementierungsleitfaden sowie ein Studienmanual, welches im Rahmen des Onboardings übergeben wird.
Gibt es weitere Informationsmaterialien, z.B. für Patient*innen oder Ärzt*innen?
Ja, es werden Informationsmaterialien für Patient*innen sowie für Ärzt*innen bereitgestellt. Damit soll zielgruppengerecht für die unterschiedlichen Bedarfe und in unterschiedlichen Formaten informiert werden.
7. Studienhintergrund & Zielsetzung
Was ist das Ziel der PrioPEG-Studie und welche wissenschaftliche Frage wird untersucht?
In der hier besprochenen PrioPEG-UseCase-Studie werden Leitfäden zur Implementierung von strukturierten physio- und ergotherapeutischen Gruppenangeboten unter unterschiedlichen Bedingungen in der Praxis erprobt. Ziel ist es, herauszufinden, wie Praxen bei der Einführung von Gruppentherapie unterstützt werden können und welche Bedingungen sich als besonders förderlich erweisen. Untersucht werden drei Studiengruppen: Standardbedingungen (Gruppe 1), verbesserte Bedingungen (Gruppe 2) und ein digitales bzw. hybrides Angebot (Gruppe 3).
Was bedeutet „PrioPEG“?
PrioPEG ist ein dreijähriges Forschungsprojekt des Universitätsklinikums Freiburg. Die Abkürzung steht für Prioritär umsetzbare Physio- und Ergotherapeutische Gruppentherapien. Gefördert wird das Projekt durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Wir erarbeiten in Zusammenarbeit mit Vertretungen der Patient*innen, Therapeut*innen, Hausärzte und Krankenkassen mehrere indikationsspezifische Leitfäden für die praktikable Umsetzung geeigneter Gruppentherapien. Dazu recherchierten wir die internationale Literatur und befragten Patient*innen und Therapeut*innen zu ihren Erfahrungen mit Gruppentherapie. Danach testen wir diesen Leitfaden in der Praxis und adaptieren ihn entsprechend den Testergebnissen. Der praxiserprobte Leitfaden wird dann interessierten Praxen und Berufsverbänden über dieses PrioPEG-Portal zur Verfügung gestellt.
Wer führt die Studie durch und wer finanziert sie?
Finanziert wird das PrioPEG-Projekt vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Das PrioPEG-Team der Uniklinik Freiburg besteht aus:
- Dr. Lukas Horstmeier (Projektleitung)
- Nicole Wimmesberger (Stellvertr. Projektleitung)
- Dr. Sebastian Voigt-Radloff
- Dr. Angelika Eisele-Metzger
- Simjon Radloff
Zusätzlich verfügt das Projekt über einen Beirat. Dieser bringt im Laufe des Projekts mehrfach seine Expertise in PrioPEG ein.
Der Projekt-Beirat besteht aus:
- Dr. Minettchen Herchenröder und Sabine Kanzler-Soiné, Physio Deutschland – Deutscher Verband für Physiotherapie e.V.
- Prof. Dr. Annika Schwarz, Deutsche Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft
- Birthe Hucke, Deutscher Verband Ergotherapie e.V.
- Prof. Dr. Jens Schneider, Deutsche Gesellschaft für Ergotherapiewissenschaft
- Corinna Elling-Audersch und Marianne Korinth, Deutsche Rheuma-Liga
- Sonja Laag und Karsten Menn, BARMER
- Dr. Linda Imelio, AOK Baden-Württemberg
- Dr. Claudia Salm, Institut für Allgemeinmedizin, Uniklinik Freiburg