ICD-Code: G81, I63, I64, I69
PrioPEG-Evidenz-Exposé
Dieses Evidenz-Exposé ist eines der Ergebnisse der im Projekt PrioPEG erfolgten Literatur-Recherche. Wir veröffentlichen hier einen konzentrierten Überblick über die gefundene Evidenz zu Effekten der Gruppentherapie bei der Indikation Schlaganfall.
Erklärung: Exposé und Ampelsystem
Das PrioPEG-Evidenz-Exposé ist strukturiert nach den drei Kriterien
- Wirksamkeit,
- Akzeptanz und
- Umsetzbarkeit
von Gruppentherapie für das genannte Krankheitsbild.
Zudem gibt das PrioPEG-Projektteam in einem 5-stufigen Ampelsystem eine klassifizierte Einschätzung zur Evidenz. Legende:
Grün: Vertrauenswürdige Hinweise auf deutlich positive Wirkung von Gruppenbehandlung
Hellgrün: Hinweise auf positive Wirkung von Gruppenbehandlung
Gelb: keine Hinweise auf positive oder negative Wirkung von Gruppenbehandlung
Orange: Hinweise auf negative Wirkung von Gruppenbehandlung oder Überlegenheit von Einzelbehandlung
Rot: Vertrauenswürdige Hinweise auf deutlich negative Wirkung von Gruppenbehandlung oder deutliche Überlegenheit von Einzelbehandlung
Wo aufgrund der Evidenz-Lage keine qualifizierte Klassifizierung möglich ist, wird die Ampel in Grau dargestellt.
1. Wirksamkeit von Gruppentherapie
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Mobilität/Bewegungsaktivität: Hinweise auf positive Wirkung der Gruppenbehandlung
Church 2019: Systematische Übersichtsarbeit zu Bewegungstraining in der Gruppe
- Patient*innen: 54 bis 76 Jahre mit Schlaganfall vor 14 bis 80 Monaten.
- Intervention
- WER: Physio- oder Ergotherapeut*innen oder andere therapeutische Berufsgruppen.
- WAS: Unterschiedliches Bewegungstraining in der Gruppe (Gruppengröße unklar) mit Tai Chi, Zirkel-Training, Wasser-Gymnastik, Fitness- und Mobilitäts-Übungen (auch im Freien), Kraft- und Balance-Übungen .
- WO: meist ambulant, teils kommunale Angebote, z.B. in kommunalen Zentren
- WIE OFT:
- Stunden pro Einheit: meist 1.
- Frequenz: von 1 bis 5 x pro Woche.
- Dauer: von 4 bis zu 40 Wochen (meist 12 Wochen)
- Vergleichsintervention: Routineversorgung, Atem- und Dehnübungen oder Training der oberen Extremitäten.
- Ergebnisse
- Die Gruppenintervention zeigte meist ähnliche Effekte wie die Vergleichsintervention auf die Gehausdauer (6-min walk test) und funktionelle Mobilität (Timed “Up & Go”).
- Methodische Qualität: Das Review umfasste 14 randomisiert kontrollierte Studien mit meist geringem Verzerrungsrisiko und insgesamt 1.039 Patient*innen. Sowohl die Interventionen als auch die eingesetzten Messinstrument waren sehr unterschiedlich, daher konnte keine Meta-Analyse durchgeführt werden. Bewertet nach AMSTAR-2 wies das Review in einigen Bereichen methodische Schwächen auf, etwa bei der Suchstrategie und der Vollständigkeit der Berichterstattung.
English 2017: Systematische Übersichtsarbeit zu Zirkel-Training in der Gruppe
- Patient*innen: 55 bis 78 Jahre mit Schlaganfall vor einem bis über 12 Monaten, die meisten konnten mindestens 10 m ohne Assistenz laufen.
- Intervention
- WER: Physio- oder Ergotherapeut*innen oder andere therapeutische Berufsgruppen.
- WAS: Zirkel-Training in der Gruppe (von 1:2 bis 1:6 Betreuung, auch 2:9 oder 3:12 Betreuung) mit verschiedenen Aufgaben und Arbeitsstationen zur Mobilitätsverbesserung, teils mit kardio-pulmonalen Fitness-Stationen, teils mit Schulungseinheiten, teils mit mental imagery (Vorstellung der Bewegung vor dem inneren Auge).
- WO: teils in der Rehabilitationsklinik, teils ambulant in Fitnessstudios oder kommunalen Zentren
- WIE OFT:
- Stunden pro Einheit: 1 bis 2.
- Frequenz: von 1 bis 5 x pro Woche.
- Dauer: von 4 bis zu 40 Wochen.
- Vergleichsintervention: keine Behandlung oder Standard-Physiotherapie, unspezifische oder weniger intensive Übungen oder nur für obere Extremitäten, Schulungen oder soziale Gruppen.
- Ergebnisse
- Das Zirkeltraining in der Gruppe zeigte verglichen mit der Vergleichsintervention signifikant positive Effekte bei (1) Gehausdauer (6-min walk test), (2) funktioneller Mobilität (Timed “Up & Go” und weitere Tests), (3) Gehgeschwindigkeit (Meter pro Sekunde), (4) assistenz-freier Mobilität und (5) selbst wahrgenommener körperlicher Kapazität (Stroke Impact Scale).
- Bei Sturzereignissen fanden sich keine signifikanten Unterschiede.
- Methodische Qualität: Das Review umfasste 17 randomisiert kontrollierte Studien mit meist geringem Verzerrungsrisiko und insgesamt 1.297 Patient*innen. Bewertet nach AMSTAR-2 wies das Review in wenigen Bereichen methodische Schwächen auf, etwa bei der Vollständigkeit der Berichterstattung.
2. Akzeptanz von Gruppentherapie
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Patient*innen: Die oben berichteten Publikationen ergaben keine Hinweise zur Akzeptanz.
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Therapeut*innen: Die oben berichteten Publikationen ergaben keine Hinweise zur Akzeptanz.
3. Umsetzbarkeit von Gruppentherapie in der ambulanten Ergotherapie
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Praktische Durchführbarkeit: Interpretation des Studienteams bez. der Passung der Intervention
Ergotherapeut*innen in Deutschland führen klassischerweise kein Zirkel-Training zur Mobilitätsverbesserung durch.
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Tele-Fähigkeit: Die oben berichteten Publikationen ergaben keine Hinweise zur Telefähigkeit.